Mühlebachweg


 


Bei der Müllerschwelle wird das Wasser für dem Mühlebach gefasst


Der Mühlebach

Die Zulg, wie jedes Wildwasser, weist einen unregelmässigen Wasserfluss auf. Bei Regenfällen im Einzugsgebiet kann sie zu einem reissenden Fluss anschwellen, ebenso bei der Schneeschmelze.

Dagegen ist in Zeiten der Trockenheit kaum Wasser vorhanden.

Um diesen Schwankungen zu begegnen, wurde schon in frühen Zeiten das nutzbare Wasser über Kännel aus den  Flüssen abgeführt.

WasserlaufIm vorliegenden Fall wurde bereits anfangs des 14. Jhd. Wasser durch einen Nebenkanal auf eine Mühle geleitet.  Definitiv beurkundet ist der Mühlebach im März 1354.  Damals war von einer „Mühliwuhr“ die Rede. Später besass er verschiedene Namen: Bleichebach, Schleifebach, Siechenbach und Stampfebach. Meist wird er aber als Mühlebach erwähnt.

Im 20. Jhd. wird er auch als Gewerbekanal bezeichnet. Der unterste Teil  heisst zu der Zeit aber auch  „Gletter“, d.h. Glättemühlebach.

Die “Müllerschwelle“ wurde eigens zu dem Zweck errichtet, dass man einen geregelten Ablauf und ein genügendes Gefälle erhalten konnte.


Fakten

Der Mühlebach weist eine Länge von  2'950 m auf.  Er fliesst grösstenteils parallel zur Zulg. In früheren Zeiten mündete er wahrscheinlich oberhalb der Aare wieder ins Bachbett der Zulg.

Bis zur Aaremündung überwindet er eine Höhendifferenz von 40m. Bei einer durchschnittlichen Wassermenge von 500 Liter pro Sekunde  darf deshalb mit einer Leistung  von rund 270 PS gerechnet werden. Dieses Potential wurde jedoch nie voll ausgenützt.


Unterhaltsarbeiten

Muelibach-5Bis zur Übernahme des Mühlebaches durch die Gemeinde hatte jeder Wasserwerkbesitzer die Pflicht, seinen Bachabschnitt zu unterhalten. Deshalb zeigt der Bach heute ein sehr unterschiedliches Gesicht. Teilweise fliesst er durch eine Betonschale, anderswo wird er durch Bohlen oder Eisenbahnschwellen gesichert. Sogar ein Geflecht aus Weidenruten war einst zu finden.

Nebst der Arbeit am Bachlauf war im Winter auch dafür zu sorgen , dass der Bach nicht vereiste.

Schwelle-altSchwelleNicht vergessen darf man, dass auch die Schwelle immer wieder Hochwassern zum Opfer fiel und regelmässig erneuert werden musste, bevor die heutige Betonschwelle gebaut werden konnte.

Aus technischen Gründen wurde der Verlauf mehrmals korrigiert und verändert.

Die Begradigung des untersten Abschnittes erfolgte erst Anfangs des 20. Jhd. Im Zusammenhang mit der Aarekorrektion.


Die Objekte am Mühlebach

Die folgenden 23 Objekte sollen dokumentiert werden. 

Nicht jeder Betrieb benützte das Wasser als Kraftspender. So wässerten  z.B. die Gerber nur die Häute im fliessenden Bach.

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  1.  Mühlebachweg Ausgleichsbecken, 
       Einleitung des Mühlebachs aus der Zug
  2.  Gerberei
  3.  Grosses und Kleines Höchhus
  4.  Obere Mühle
  5.  Untere Mühle
  6.  Säge
  7.  Öle
  8.  Astra
  9.  Au-Mühle
10.  Baugeschäft Johann Matdies
11.  Au-Säge
12.  Tuchfabrik Stucki
13.  Tuchfabrik Knechtenhofer
14.  Burgerheim
15.  Fabriggli
16.  Mechanische Werkstätte und
       Sägerei Mürner
17.  Pulvermühle
18.  Hammerschmiede
19.  Kaffee-Rösterei Hofer-Lanzrein
20.  Lederwalke
21.  Fabrique céramique J. Wanzenried
22.  Stampfe
23.  Glättemühle
24.  Mühlebachweg Mündung in die Aare

 

A   Gemeindehaus Steffisburg, Parkplatz
B   Bushaltestelle STI "Platz"
C   Holzbrücke, Parkplatz
D   Bushaltestelle STI "Zulgbrücke"
E   Bahnhof BLS Steffisburg

 

 

 

Quelle: «Dank dem Gewerbefleiss früherer Jahrhunderte»; Dr. phil. Georg Frank 
             Siehe auch unter   >>> Buchbesprechung

 

Nachfolgend der Flyer zum Mühlebachweg, der die wichtigsten Informationen enthält

 

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